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Erste Seniorprofessur für Forschung in Rheinland-Pfalz

Festkolloquium zur Verabschiedung von Prof. Nehmer in den (Un-)Ruhestand am 13.07.2007

Die erste Seniorprofessur für Forschung in Rheinland-Pfalz wurde Professor Jürgen Nehmer bei einem Festkolloquium anlässlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand zugesprochen. Mit der eigens für Nehmer neu geschaffenen Seniorprofessur würdigte Doris Ahnen, Mainzer Wissenschaftsministerin, die Verdienste der Wissenschaftlers, der seit 1979 dem Fachbereich Informatik der TU Kaiserslautern angehörte.

Vor zahlreichen Gästen erinnerten Redner im Fraunhofer-Zentrum an das Wirken Nehmers, der als Technologiebotschafter auch weiterhin internationale Unternehmen auf den Standort Kaiserslautern aufmerksam machen wird. Ahnen bezeichnete die Seniorprofessur als Auszeichnung für einen exzellenten Wissenschaftler, der sein Wissen über den Ruhestand hinaus der TU und dem Land zur Verfügung stellen wird. Ein Wissenschaftler wie Nehmer verleihe der Seniorprofessur höchstes Ansehen, so dass sich jeder Nachfolger geehrt fühlen müsse, betonte Ahnen. Nehmer habe entscheidend dazu beigetragen, dass sich die Informatik zu einem der Profil bildenden Fächer der TU entwickelt habe. Er habe zahlreiche Rufe an andere renommierte Universitäten zugunsten der TU abgelehnt. Ahnen: "Dafür möchte ich Ihnen sehr herzlich danken". Weiter habe Nehmer drei Sonderforschungsbereiche der Informatik initiiert und erfolgreich geleitet. Auch habe er eine aktive Rolle bei der Gründung des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Softwareengineering (IESE) gespielt.

TU-Präsident Helmut Schmidt würdigte Nehmer als eine "ganz große Professorenpersönlichkeit", für die es sehr schwer werde, Ersatz zu finden. Umso mehr freue er sich über die Idee, die das Bildungsministerium für Nehmer entwickelt habe, sagte er in Anspielung auf die Seniorprofessur. Die Erfolge des Fachbereichs Informatik hätten der gesamten Universität Profil verliehen.

Professor Reinhard Gotzhein, Fachbereichsdekan, erinnerte daran, dass Nehmer neben der Forschung die Lehre nicht vernachlässigt habe. Er habe ein breit angelegtes Lehrangebot entwickelt, das bei Studierenden höchste Zustimmung fand. "Ideenreichtum, Vision und Tatkraft haben Nehmer zu einem Glücksfall für alle Kollegen und den Informatikstandort Kaiserslautern werden lassen."

Als Schüler, Kollege und Freund setzte Professor Dieter Rombach, der Leiter des IESE, seinen einstigen Doktorvater ins rechte Licht. "Man kann mit ihm und nicht nur für ihn arbeiten", dankte er Nehmer für dessen wissenschaftliche Leistung. Er würdigte ihn als eine "internationale Kapazität", die sich für den wissenschaftlichen Nachwuchs, insbesondere für Austauschprogramme mit Ruanda, stark gemacht habe. Für seine Verdienste um die Informatik sei er 2005 vom Land Rheinland-Pfalz mit dem Verdienstorden ausgezeichnet worden, sagte Rombach.

Quelle: DIE RHEINPFALZ, Pfälzische Volkszeitung, Nr.161, Samstag, den 14. Juli 2007





 
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